Allgemein

RM Birrfeld 2019

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Regionalmeisterschaft im Streckensegelflug in Birrfeld

Am zweiten und dritten Maiwochenende fand im Birrfeld die diesjährige RM statt. David Roth und ich (Pascal Zollikofer) flogen mit. Die Resultate findet Ihr hier: https://www.soaringspot.com/en_gb/regionale-meisterschaften-2019-birrfeld-2019/

Mittelland

Neutralisiert

Nachdem David und ich die Flieger am Freitagabend bereitgestellt hatten, wurde uns mitgeteilt, dass wir am Samstag vor dem Briefing nicht montieren müssen. Weiterlesen…

Info

Jonas Langenegger – Segelflieger mit Herzblut und Talent

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Jonas Langenegger ist seit dem Jahr 2010 Mitglied der Segelfluggruppe Cumulus (SGC). Er absolvierte seine Ausbildung zum Segelflugpiloten auf dem Segelflugplatz im Amlikon und bildet sich seither ständig weiter in den Disziplinen Streckenflug und Segelkunstflug.

Steckbrief

Geburtstag: 12.12.1993
Flugstunden: > 500 h
Beruf: Konstrukteur, Maschinenbauingenieur
Hobbies: Segel(kunst)fliegen, Modellfliegen, Klettern, Skifahren
Mitgliedschaften: SGCSwiss Junior Gliding Team, Swiss Aerobatic Gliding Association (SAGA), SFVS, Aero Club
Fliegerische Erfolge:

Darum bin ich begeisterter Segelflieger
«Weil ich gar nicht mehr ohne kann! Einerseits ist es der reine Spass am Fliegen, das gilt besonders für das „Flieger-Konzentrat“ Kunstflug. Beim Streckenflug ist es eine Genugtuung, sich hunderte Kilometer nur mit der Natur ständig weiter fortzubewegen und am Ende des Tages stolz darauf zurückblicken zu können. Andererseits mag ich das Vereinsleben auf dem Flugplatz. Denn für mich ist jedes Wochenende wie Ferien…»

Warum ich Wettbewerbe fliege
«Ich mag es, mit Gleichgesinnten gemeinsam auf etwas hinzuarbeiten. Mit etwas sportlichem Ehrgeiz hat man nebst dem Flugspass einen wirkungsvollen Erfahrungsaustausch, den man nirgends anders her bekommt. Man unternimmt Flüge, die man sonst nie machen würde – damit sind sie in der Regel unvergesslich…»

Medienresonanz

Nur nicht Letzter werden, 30.4.2012, Tagblatt.ch
Ein Meister des leisen Flugs, 2.10.2012, Tagblatt.ch
Gewinner des ZHAW-Awards, 16.7.2013, Tagblatt.ch
Bronze für Jonas Langenegger, 20.8.2015, Tagblatt.ch
Jonas Langenegger – Segelflieger, 27.09.2015, SRF


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Flugberichte

Weltmeisterschaft im Segelkunstflug

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Endresultat: Jonas Langenegger ist Weltmeister im Segelkunstflug in der Kategorie Advanced – herzliche Gratulation!

Nach einem Jahr Pause nimmt Jonas Langenegger wieder an der Segelkunstflug WM vom 2. – 11. August 2018 in Zbraslavice (CZ) teil.

Hier noch eine Impression von einem Trainingsflug (2015,

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Flugberichte

Segelflug-WM Ostrów, Polen

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In Ostrów, Polen, finden die Streckenflug-Weltmeisterschaften in den Klassen Club, Standard und 15-Meter statt. Jonas Langenegger fliegt in der Clubklasse mit seiner geliebten LS-4 mit.

Hier lest ihr den fortlaufend aktualisierten Bericht von Pascal Zollikofer. Die neusten Einträge sind oben, das Alte unten.
Offizielle Website: wgc2018.pl
Resultate und Aufgaben: www.soaringspot.com
Instagramm: https://www.instagram.com/swissjuniorglidingteam/

Rangliste

23. Rang für unser Clubmitglied Jonas Langenegger!

23. Rang für Jonas Langenegger – herzliche Gratulation!

22.07.18 Abschlusszeremonie

Ich fahre bereits um 08:00 Uhr los in Richtung Schweiz, wo ich um ca. 19:00 Uhr ankomme. Die Piloten sowie die restlichen Helfer nehmen noch an der Abschlusszeremonie teil.

21.07.18 7. Wertungstag

Heute ist der 7. und letzte Wertungstag hier. Es werden bis 500km Racing-Tasks ausgeschrieben. Nach dem Start gehen Sarah und ich die Verpflegung für die Rückreise einkaufen. Die meisten Piloten kommen mit absolvierter Aufgabe zurück. Wir demontieren nach den Landungen der Schweizer Piloten unser Teamzelt und die Antenne. Die Flugzeuge werden strassenfertig verräumt um morgen nachhause zu fahren.

Das LS-4 Team ist bereit für den Flug

Der Abschlussabend ist nichts spezielles. Wir kriegen einen Bon für Schupfnudeln die keinen Geschmack haben und Fleisch das trocken ist. Zum Glück gibt es noch ein kleines Buffet mit Wurstwaren und Brot. Ihr könnt Raten welche Getränke gratis zur Verfügung gestellt werden, immerhin gibt es auch Süssgetränke und Wasser für 5zl. Wir gehen früh zurück und essen den Dessert im Restaurant.

20.07.18, 6. Wertungstag

Endlich wieder mal eine Wertung! Der Flug begann im Blauen und endete auch wieder im Blauen. Dazwischen gab’s dafür noch paar schön gezeichnete Aufwinde. Hier noch ein Foto von einem riesigen Kohlekraftwerk (?). Wahnsinn, fast 6 km lang ist das gesamte Areal…

Die Abbaufläche
Mit Kraftwerk. Riesig.

Sonst kann ich mit dem Flug zufrieden sein. Auch mit dem 17. Tagesrang von 48 Teilnehmern. Diesmal lief es mir auf dem letzten, etwas mühsamen Schenkel wegen der abnehmenden Blauthermik und Gegenwind, besser als Simon. Dafür sind wir in der Gesamtwertung nun gleichauf und hoffen auf einen schnellen Teamflug morgen 🙂

19.07.18, Neutralisiert

Wieder wurde bereits gestern neutralisiert, deshalb schlafen wir heute aus. Kurz vor Mittag holen Jonas und ich noch den neuen Reifen fürs Auto und lassen den anderen Vorderreifen auch ersetzen.

Die Reifen sind schnell gewechselt mit professionellem Equipment

Wir kaufen noch einige Sachen ein. Gegen den späteren Nachmittag Jassen wir noch etwas auf dem Flugplatz, bevor wir alle miteinander in der Stadt Essen gehen.

18.07.18, Neutralisiert

Was sollen wir heute tun? Nach langem Rumliegen entscheiden wir uns gegen Mittag, zuerst Kart zu fahren und uns dann in einem Aquapark bei Kalisz etwas zu entspannen. Leider hat die Kartbahn nicht genug Kapazität für uns und so gehen wir direkt zum Baden. Am Abend essen die meisten gemeinsam in einem Restaurant in Ostrow.

Das Essen im Mellon ist auch ausgezeichnet

17.07.18, Neutralisiert

Wieder ein Tag Pause, ein Briefing gibt es nicht. Wir suchen noch ein Pneuhaus auf, um den kaputten Reifen zu ersetzen. Am Donnerstag kann ich den neuen abholen. Gegen Abend treffen sich alle Piloten mit Helfern auf dem Flugplatz für den Polnischen Abend. Dabei gibt es ein Buffet mit Wurst, Zopf, Gulasch, usw. Und wieder stehen uns keine unalkoholischen Getränke zur Verfügung, heute sind wir jedoch darauf vorbereitet.

Jonas weiss, dass morgen neutralisiert ist 🙂

Für Morgen ist bereits heute Abend neutralisiert worden.

16.07.18, 5. Wertungstag

Viel herausschauen ist unabdingbar bei solch riesigen Pulks…
Der Endanflugrechner: leider konnte ich nicht mehr in den positiven Bereich fliegen

Beim letzten Schenkel war leider kein Aufwind mehr zu finden. Der zusätzliche Gegenwind machte es um diese Zeit unmöglich, die Aufgabe noch zu erfüllen. Vier Piloten waren früher dran und konnten die Aufgabe der Club Klasse erfüllen. Simon, ich und weitere 49 Piloten mussten aussenlanden. Pascal war mit Luca jedoch innert Kürze auf meinem Feld. Glücklicherweise hatte ich noch den FPV Quadrokopter dabei und konnte ein Video vom Ausselandefeld machen 🙂

15.07.18, 4. Wertungstag

Das Wetter ist gut. Wird montieren die Flugzeuge und stellen sie in den Grid. Gestartet wird im Blauen. Die Aufgabe führt in ein Gebiet, das heute gute Thermik hat, welche auch zeichnet. Der starke Wind führt zu einem zeitlich langen ersten Schenkel, die beiden anderen gehen dann deutlich schneller.

Teamflug mit Simon

14.07.18,

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Flugberichte

1. Platz an der JSM 2018

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Von Jonas Langenegger

Vom 18. – 21. Mai fand die Junioren Schweizermeisterschaft im Streckenflug statt. Die Vorfreude war gross – auch wenn die Wetterprognosen nicht wirklich erfreulich waren. Da Rolf Friedli die Konkurrenzleitung übernahm, wussten wir alle im Voraus, dass diese JSM so oder so hammermässig wird 🙂

Die meisten Teilnehmer, wie auch wir von der SG Cumulus (David Roth, Manuel Hässig und ich), reisten schon am Donnerstagabend an. Pascal Zollikofer musste leider wegen dem Militär auf den ersten Wettbewerbstag verzichten.

Tag 1 – Jura oder Mittelland? Teil 1

Nach dem Eröffnungsbriefing mit allen wichtigen Informationen wurde endlich der erste Task, eine AAT Aufgabe, bekannt gegeben: Langenthal – Brugg – Trubschachen – Buttwil – Langenthal mit jeweils grossen Kreisen von ca. 20 km Radius.

Da Simon und ich an der WM im Team fliegen möchten, wollen wir den Teamflug gleich richtig üben. Konzept hatten wir noch nicht wirklich eines, ausser dass wir auf den tückischen Jura verzichten und im Mittelland bleiben, da das Wetter zu unberechenbar war.
Der Flug war eher mühsam. Nach dem Start machten wir einen kurzen Umweg zum AKW Gösgen, was sich aber nicht lohnte, da die Steigwerte bescheiden, und die Basis noch tiefer als sonst war. Wir kratzten den ersten Zylinder nur an. Beim zweiten kam es leider dazu, dass ich einige Meter höher als Simon war – und dann noch den Anschluss in der Thermik besser erwischte. Die Differenz wurde noch grösser und wir entschieden uns, den engen Teamflug aufzulösen.
Ich flog den Wolken nach Richtung Buttwil und auch fast bis zur Mitte, da ich ja nicht zu früh zurück sein wollte (2 Stunden Minimum). Trotz auflösender, ohnehin schwacher Thermik konnte ich gut die Endanflughöhe erreichen.

Ein Schnitt von 74 km/h liess mich keinen guten Tagesrang vermuten. Offenbar ging es den Kollegen jedoch gleich, und ich konnte doch noch den 2. Platz hinter David Leemann mit 83 km/h sichern.

Unser Fazit vom Teamflug war: IMMER ganz eng zusammenbleiben. 50 m vertikal ist schon fast zu viel. Auch horizontal sollte man gleichauf sein – sonst verliert man sich beim Aufspüren der Thermik nullkommaplötzlich. Aber die Kommunikation klappte mit viel reden schon recht gut!
Schön war auch, dass Kurt Herzog uns Cumulüssler am Wettbewerb besuchte.

Lockere Atmosphäre im Grid 🙂

Tag 2 – Wir fliegen trotzdem – und zwar schnell und durch den Regen!

Eigentlich sammelten wir schon Ideen was man so machen kann, wenn der Tag neutralisiert wird… Wandern? Kart fahren? Baden? Paintball? Die Antwort am Mittag war eine weitere AAT Aufgabe: Langenthal – Birrfeld – Steinhof – Beromünster – Langenthal.

Vor dem Start konnte man nicht wissen was einen erwarten wird. Wolken entstanden, und Wolken lösten sich auf. Das machte es nicht einfach, eine gute Abfluglinie zu finden. Unser Entscheid, spät abzufliegen, ganz am westlichen Ende der Startlinie erwies sich als die richtige Entscheidung: Eine Wolke auskurbeln, und danach war Wolkenstrassenfliegen angesagt wie an Hammertagen auf der schwäbischen Alb.
Erst überholten uns David Roth und Pascal Zollikofer noch, sie flogen noch etwas später ab und hatten den noch einfacheren Einstieg. Simon und ich entschieden uns, unter den seeeehr dunkeln Wolken weiter zu fliegen und besser jetzt noch die nötigen Kilometer/Minuten zu holen, bevor sich das Ganze in einen Regenschleier verwandelt.

Der Weg zurück zum zweiten Wendepunkt erwies sich als sehr einfach, am richtigen Ort unter der Strasse konnte man es richtig krachen lassen. Da der Schnitt unerwartet hoch ausfallen würde, flogen wir, bis es wieder blau wurde, zur TMA Bern.

Kritischer und entscheidend war die zweite Linie wieder aufwärts: Auf unserem alten Flugweg lehrte sich die Wolke mächtig aus. Wir entschieden uns, rechts entlang der Wolke zu fliegen, wo man notfalls in unbedecktes und sonniges Gebiet gleiten könnte. Erst sank es noch gewaltig. Aber dann machten wir eine wichtige, eigentlich logische Erfahrung: Es stieg nicht mehr am dunkelsten Ort unter der Wolke, sondern ganz aussen, geschätzte 1.5 km entfernt vom Regenschauer. Das liegt wohl an der Luftmasse welche dort aufsteigen muss, weil sie vom Schauer heruntergedrückt wird. Wir kreisten kurz mit 4 m/s und glitten im Steigen weiter. Wir trafen die zwei Cumulus Kollegen wieder an hier. Ob sie wohl schneller waren?

Wir kehrten, so dass wir etwas mehr als die Minimalzeit erreichen würden – die Linie war ja wieder super. Und jetzt kommt’s: Ich hatte den MC auf 3 m/s eingestellt, 350 m Reserve auf den Zylindermittelpunkt, welcher auf 800m angesetzt war. Distanz: ca. 15 km. Normalerweise reicht das absolut bedenkenlos – auch bei grösseren Abwindfeldern. Zwischen uns und dem Ziel war eine gewaltige Regenwand. MC etwas raus und durch. Die fetten Tropfen klatschten an das Capot, sogar etwas Regen durch die Lüftung bekam ich ins Gesicht… alle Piloten meldeten enorm starkes Sinken – wie auch ich.

Trotz der sehr grosszügigen Reserven überflog ich die Ziellinie 25 m zu tief. Alle Flugzeuge trudelten nun im starken Regen im Minutentakt ein. Immerhin wurden die Flugzeuge schon mal gereinigt… Wir regen uns nicht mehr zu lange über die unnötigen Strafpunkte auf – denn sonst hätten Simon und ich zusammen endlich den Tagessieg geholt!
Stattdessen freuten wir uns über den 115 km/h Schnitt im Teamflug, an einem Tag an dem nur der Konkurrenzleiter noch an fliegen dachte… Leider hatten wir kein Wasser im Flügel, sondern nur draussen. Man brauchts ja bekanntlich immer dann, wenn man keines geladen hat 😉

Auch wieder einmal einen Flug, den man kaum vergessen kann, so intensiv war er. Hat Rolf wieder super gemacht mit der Aufgabe, eigentlich wollten wir auf den Weissenstein wandern – das machte aber deutlich mehr Spass 😊. Auch heute schaute Patrik Fuchs der SGC noch bei uns vorbei. Schön ist das Interesse vorhanden!

Leider das einzige Foto der gesamten JSM vom Regenschauer, wir waren halt mit anderem beschäftigt.

 

Nach der Landung suchten wir Schutz vor dem Regen unter der Tankstelle.

Tag 3 – Jura oder Mittelland? Teil 2 

Kein einfacher Task heute. Die Zylinder vergrösserte Rolf noch so, sodass man die Möglichkeit hatte, den ersten Zylinder Richtung Südwesten entweder zwischen Grenchen und Bern anzukratzen, oder aber in den Jura fliegen konnte.

Wir trafen die Entscheidung, erst ins Mittelland zu fliegen, da die Basis sehr tief war und nur knapp über die Kreten reichte. 12 km nach dem ohnehin schon späten Start mussten wir feststellen, dass wir kaum Steigen finden würden im Wettbewerbsgebiet. Also nochmals zurück kraxeln.
Wieder hinter der Startlinie flogen wir nun Richtung Jura. Wir kamen gerade noch knapp über der Krete an. Gestiegen ist es nicht so, wie es ausgesehen hat. Wir flogen nun unter der Krete entlang dem Jura auf der Flachlandseite – um immer ins Flache ausweichen zu können. Es lief nicht wirklich. Im Geradeseausflug schien man besser zu steigen als beim Kreisen… irgendwie schafften wir es sogar auch wieder zurück…

Positiv waren wir jedoch nicht gestimmt mit unserem Schnitt. Wir dachten, alle seien bestimmt schneller geflogen als wir, da wir als Letze losflogen. Nicht nur rundum, sondern endlich holten Simon und ich die ersten beiden Plätze mit 74 km/h! Wasser brauchte man heute natürlich nicht– aber nach dem Flug vom vorherigen Tag wollten wir ja nichts mehr dem Zufall überlassen 😉

Pascal’s Lama durfte zum Glück erst in Langenthal wieder grasen…

 

Eine JSM ohne Modellflugcrashs ist keine JSM…

Tag 4 – Selektion durch den Jura

Eigentlich wollte uns Rolf Friedli am letzten Tag nicht unbedingt in die Luft schicken und viele Aussenlandungen riskieren…Ehrlich gesagt, Simon und ich wären damit mit dem Zwischenrang 1 und 2 völlig zufrieden gewesen. Aber wir machen es ja zum Spass (und das macht es wirklich!!) und entschieden uns noch um 15:00, zu starten.

Vom Südwesten her nahten hohe Wolkenfelder und dadurch keine Cumuli – im Nordosten, welcher noch nicht von der Abdeckung eingeholt war, hatte es ganz üppige, knackige Cumuli. Dadurch hatten es wir als die Erstgeschleppten ausnahmsweise einfacher, den Anschluss zu finden.

Simon und ich, sowie Nico, Mike und David Leemann entschieden uns, möglichst gleich nach der Startlinieneröffnung den Abflug zu wagen. Zu grosse Bedenken hatten wir vor der Ausbreitung im Jura.
Der Einstieg in den Jura verlief ganz passabel – ab dem Weissenstein sogar richtig gut! Auf der zweiten Krete waren zwei verschieden hohe Wolkenbasen zu sehen. Konvergenz? Weiss ich ehrlich gesagt nicht wirklich. Aber es stieg sehr angenehm im Geradeausflug. Mit dem Rückenwind ergab sich ein Schnitt deutlich über 100 km/h, also entschieden wir uns, bis mindestens zum Chasseral zu fliegen. Auch dort konnten wir schnell Strecke machen.

Beim Zurückfliegen meinte es der Chasseral nicht mehr so gut mit uns: Simon musste Richtung Flachland ausweichen, ich konnte noch die Krete überqueren und versuchte die gleiche Linie zurückzufliegen. Erst sank es nur, die ‚Konvergenz‘ schien schon an Stärke verloren zu haben. Trotzdem konnte ich noch einen Bart auskurbeln, welcher auch ganz angenehm stieg, bis ich unter der tieferen Basis wieder zurückfliegen konnte. Sven Sprunger im W6 folgte mir – immerhin war ich nicht alleine unter der schwarzen Decke.

Anschliessend glitt ich ins Mittelland in den letzten Zylinder. Mit 2 m/s ging es angenehm nach oben. Obwohl es bereits nach Hause gereicht hätte, kurbelte ich die Thermik bewusst bis ganz oben aus, um den letzten Zylinder mit durchschnittlichem MC-Wert auszufliegen. Einen zu tiefen Ziellinienüberflug wollte ich auch nicht riskieren… Es lag noch Bronze drin an dem Tag, einzig Tizian und David, welche beide vor uns unterwegs waren, waren nochmals deutlich schneller. Schade hatte es Simon am Chasseral förmlich «abgestreift» an der Krete. Er hätte den gleichen Rang verdient…

Die Konvergenz. Oder so. Hauptsache es steigt 😉

 

Es gab auch «normale» Segelflugbedingungen…

Und zum Schluss…

Noch viel besser als erwartet war diese JSM. Das hat einige Gründe:

  • Erstens, 4 Wertungstage an 4 unsicheren Wetterlagen – dies ohne viele Aussenlandungen.
  • Zweitens, der Teamflug

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Flugberichte

Schweizermeisterschaft im Streckenflug 2017

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Von Jonas Langenegger

Auch dieses Jahr war ich wieder einmal an der Schweizermeisterschaft im Streckenflug anzutreffen, welche in Yverdon stattfand. Insgesamt nahmen 30 Piloten in den Klassen 15m gemischt, 18m sowie der offenen Klasse teil. Einerseits ist es toll, sich mit Piloten aus der ganzen Schweiz zu treffen (vor allem mit den Junioren, welche stark vertreten waren), andererseits versprach der Wettbewerb viele spannende Flüge im Jura und den Voralpen. Denn besonders erfreulich war, dass Daniel Rossier das Amt des Konkurrenzleiters mit seiner riesigen Erfahrung übernahm.

Erster Flug

Der erste Flug war eine AAT mit einer Mittendistanz von 290km. Sie führte uns in Richtung Thun, zurück nach Lausanne, wieder Richtung Nordosten und dann über Payerne zurück nach Yverdon.

Abgleiten ins Mittelland

Ich flog mit Simon im Team, was auch ganz ordentlich klappte. Noch vor der Startlinie im Jura konnten wir im Pulk hoch steigen. Jeder Meter lohnte sich dann auch, denn die nächsten knapp 15 km ‚durften‘ wir ins Mittelland abgleiten, bis wir die dort tieferliegende Wolkenbasis erreichten. Die nächsten Schenkel waren problemlos. Kurz vor dem Genfersee konnten wir uns vor einer Beinahe-Aussenlandung nochmals hochkämpfen. Obwohl der ganze Himmel nun schon bedeckt war, konnten wir am düstersten Punkt gute 5 m/s auskurbeln. Nun war der Plan, den letzten Zylinder anzukratzen und so schnell wie möglich nach Hause fliegen – denn bei dem Wetter konnten wir uns kaum Aufwinde erhoffen…

Im Schnellflug unter der schwarzen Wolkenstrasse

Endlich im letzten Zylinder! Und was meint der Endanflugrechner? -100 m. Ohne irgendwelche Reserven… Mein Plan: Über einen Umweg in den letzten Schlauch, in der Hoffnung dass dort was geht. Leider nicht mehr. Also weiter Richtung Yverdon fliegen. Das Gelände kommt näher, und die Endanflughöhe jetzt natürlich deutlich unter null. Ich entscheide mich, kein Risiko einzugehen und zusammen mit Simon Payerne anzufliegen (kann man wenigstens die Voice mal anwenden 😉). Nach einem Rückschlepp mussten wir von anderen Piloten erfahren, dass sie trotz negativer Endanflughöhe über das hüglige Gelände nach Yverdon vorgeflogen sind. Leider musste der sicherere Weg mit einem grossen Punkteverlust bezahlt werden. Aber was soll’s…

2. Aufgabe

Der nächste Task führte uns in den Jura. Es war ein richtiger ‚Jura-Figg‘ wie man so sagt. Immerhin war’s mit einem 89er Schnitt ein befriedigender 😉 einmal nach Unten, nach Oben zur Mitte und zur Piste.

Im Formationsflug Thermik suchen

Pause

Am nächsten Tag flog unsere Klasse nicht, dafür die anderen zwei. Offenbar war das Wetter dann doch besser als prophezeit (Gilbert der Meteorologe leitete die Präsentationen immer sehr professionell und äusserst amüsant). Wir genossen den freien Tag mit dem, was man so an einer SM macht, wenn kein Flugwetter ist…

3. Flug

Der Dritte Flug war wie immer an einem Wettbewerb sehr interessant und unvergesslich. Die AAT führte uns nach Süden (wo man sich für den Jura oder das Mittelland entscheiden musste), dann Richtung Emmen, nach Bex und zurück.
Leider verlor ich Simon schon recht bald. Ich flog den Rest alleine, angetroffen hatte ich nur Piloten beim Zurückfliegen. Kurz vor Thun: das zu überquerende Tal versprach keine Thermik und die andere Seite auch nicht wirklich unter Rücksichtnahme der momentanen Höhe. Da noch keiner drüben war, war ich gezwungen es selbst zuerst zu versuchen. Sonst würde mich ja Sandro auf dem Flugplatz Thun abholen kommen 😉.
Glücklicherweise war das nicht der Fall und ich konnte den Flug entlang der Kreten Richtung Emmen fortsetzen. Dieser Teil und zurück war der Hammer: geniale Aussicht, und eine gute Geschwindigkeit. Beim Überfliegen des Thunersees machte ich jedoch einen kleinen Fehler, der mir ein paar km/h’s kostete. Bei der Planung des Flugs hörte ich zu viel Negatives vom Niesen, also wollte ich die nördlichste Krete nehmen, auf welche ich es aber nicht schaffte. Deshalb musste ich mich mühsam durch die Voralpen/Mittelland kämpfen, bevor ich einige Kilometer vor dem Genfersee wieder super Steigwerte hatte. Dies erlaubte mir dann einen schnellen Endanflug und einen zufriedenstellenden 3. Tagesrang.

Noch eine Pause

Am 5ten Wettbewerbstag war heisses, stabiles Sommerwetter angekündigt. Wir nutzten den Tag für eine Abkühlung mit dem Pedalo auf dem Neuenburgersee. Natürlich durfte das Modellflugzeug auch über dem See (zu allem Erstaunen nicht in dem See) nicht fehlen. Am Abend scherzte Daniel, indem er uns eine Racing Aufgabe mit über 1000km und Abflug um 14:00  vorlegte. Unsere Rückholer hätten heute Abend schon losfahren können…

Natürlich gab es eine andere Aufgabe. Es war ein weiterer Flug im Jura, dessen Topografie ich noch mag. Auch wenn sich hier Fehlentscheide in der Routenwahl sofort im Gesamtschnitt am Schluss zeigten. Ich hatte die besten Erfahrungen mit der zweiten Krete gemacht. Aber dass es keine Regel gibt hatte Tizian Steiger schön gezeigt: Entlang dem angrenzenden Flachland konnte er den gesamten Schenkel ohne einen Kreis fliegen…

Der letzte Tag

Am letzten Tag gab’s nochmals einen Flug in den Jura. Und der zeigt wieder einmal, wie tükisch es in diesen Hügeln sein kann: obwohl das Wetter eigentlich super aussah, war die Thermik an einigen Stellen besonders gut – an anderen zerissen und mühsam zu zentrieren. Der Weg führte 3x am Chasseral vorbei. Zwei davon verliefen problemlos – beim dritten Mal erreichte ich die Krete zu tief, sodass ich mich entschied, dem Hang entlang ins Flachland hinaus zu fliegen. Leider ohne Erfolg, was zu einer Aussenlandung in einem frisch gemähten Feld führte. Die Einwohner waren ausgesprochen nett (auch wenn ich mit meinem Französisch an den Anschlag kam) und brachten Wasser und Snacks… Zu allem Erstaunen machte eine Jodel direkt neben mir eine Aussenlandeübung – um zu schauen ob bei mir alles ok ist oder um mich etwas zu provozieren und um frech wieder Vollgas zu geben?

Aussenlandung auf einer frisch gemähten Wiese

Siegerehrung: 3. Rang für den Autor

Am Abend waren dann nach der Rückkehr aller ‚Aussenlander‘ (ich war zum Glück nicht der Einzige) schnell alle Resultate bekannt, was dann ordentlich mit Speis, Trank und Modellcrashs gefeiert wurde. Bei der Siegerehrung am Samstagmorgen wurde Tizian Steiger offiziell zum Schweizermeister in der 15m gemischten Klasse gekürt, Rolf Friedli in der 18m und Christophe Leuenberger in der offenen Klasse. Ich konnte mich hinter Martin Bühlmann und knapp vor David Leemann dann doch noch auf den erfreulichen 3. Rang kämpfen.

Flugzeuge und Teilnehmer der Segelflug Schweizermeisterschaft 2017

Für mich war die SM wieder ein unvergesslicher, spannender und sehr lehrreicher Wettbewerb – top organisiert, mit super Stimmung 🙂!

Flugplatzleben

Ziellandekonkurrenz 2015

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ZLK 2015

Von Jonas Langenegger

Unglücklicher hätte ich mich nicht platzieren können: Der 15-te Platz! Schuld daran ist nebst den Linienrichtern (es hat nicht gestäubt!) auch Felix als OK-Präsident. Zu Beginn mahnte er uns, dass der fünfzehnte den Bericht schreiben muss…

1. Durchgang

Zum fliegerischen Abschluss der Saison fanden doch noch 24 Piloten auf den Flugplatz. Die Wolken hingen tief, doch reichte es für Roger Brunner,als erster den Boden aus der Luft noch zu sehen. Und gleich legte er die Messlatte hoch – was für uns eigentlich mit 3.2 Metern eher als „tief“ zu verstehen ist. Nach dem ersten Durchgang konnte man schon einige Schlüsse ziehen: Auffallend war, dass unsere Schreiner nicht nur mit Holz genau arbeiten können, sondern auch mit Kunststoff in der Luft! Zum Glück hauen sie die 21zig nicht so in den Boden wie die Nägel… (Anm. d. Red: Das wären dann die Zimmerleute). Auf der anderen Seite hatte es viele Piloten, welche glaubten, man KÖNNE gezielt einige Zentimeter hinter der Linie aufsetzen. Bestraft wurden sie (wir) mit fatalen 100 Punkten. Gerade rechtzeitig kamen die feinen Kuchen von Christine und Regula, die waren echt Spitze!

2. Durchgang

In der zweiten Runde starteten wir in umgekehrter Reihenfolge der Rangliste. Viele hatten diese drei Ziele: Erstens, nicht Erster werden (das Reglement sieht den Sieger als Organisator der nächsten ZLK vor). Zweitens, nicht 15-ter werden (wer will schon so einen Müll schreiben wie ich jetzt). Und Drittens, nicht Letzter werden (was ja eigentlich noch das Dankbarste ist von den Dreien – man müsste sich nämlich nicht um kalte Ohren sorgen).

Man merkte, dass die weit vorne platzierten Piloten nun defensiver zu fliegen begannen. Trotzdem war das Niveau dieses Jahr höher als letztes Jahr – zumindest in der ersten Runde. Lange konnte sich Fabian mit zwei guten, konstanten Flügen an der Spitze halten. Die letzten Resultate wurden dann aber unter verdeckter Hand aufgenommen, um die Spannung nochmals etwas aufzubauen. Böse Zungen behaupten jedoch, dass die Rangliste damit geschickt manipuliert werden konnte… ;).

Und der Sieger ist…

Der Glückliche mit der warmen, roten Cumulus-Zipfelmütze wurde von Nicolas an Habo weitergereicht. Und der Sieger des diesjährigen Ziellande-Kampfes wurde Werni Roth! Herzliche Gratulation! Wir freuen uns, dass du die ZLK nächstes Jahr organisierst! Das hast du dir selber eingebrockt ;).

Ich fiel in meine eigene Grube und bekam von Felix die Kiste mit Sägemehl zurück. Mehr schätze ich die Schokolade…

Zum Schluss, und das hat Felix echt toll gemacht, Walter Bürgi für ein supermegafeines Risotto zu organisieren! War echt ein gemütlicher Anlass! Danke Felix für die Organisation!

Bis zum nächsten Mal…

Flugplatzleben

Ziellandekonkurrenz 2013

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23 Teilnehmer fanden sich bei morgendlichem Nebel auf dem Flugplatz ein, um sich beim alljährlichen Ziellanden zu messen. Vielleicht war es aber auch der geräucherte Fisch von Stefan Rast, welcher der Grund für das grosse Teilnehmerfeld war.

Nach dem Mittag, als sich der Nebel verzogen hatte, konnte dann zu je zwei Flüge gestartet werden. Auffallend war dieses Jahr, dass viele Piloten es schafften, auf der Linie oder knapp hinter der Linie zu landen, was leider 100 Strafpunkte gab.

Gewonnen hat dieses Jahr Jonas Langenecker vor Werner Roth und Urs Wolfensberger. Stolzer neuer Jahresbesitzer der rotes Cumuluskappe ist Peter Gradenecker.

» Rangliste_ZLK_2013 (PDF)